Montag, 15. Oktober 2012

Presseinformation: 365 Grad Pflegezentrum für Menschen in Remscheid erhält Instrumente für Musiktherapie

Bonn/Remscheid, 15. Oktober 2012 - Die ZNS – Hannelore Kohl Stiftung und der Eberhard-Dombek-Stiftungsfonds unterstützen den Einsatz von Musiktherapie und mobilem Snoezelen für Wachkomapatienten im 365 Grad Pflegezentrum für Menschen in Remscheid. Dort übergaben am Freitag, den 12. Oktober 2012 die internationale Starsopranistin Eva Lind und der Repräsentant des Eberhard-Dombek-Stiftungsfonds, Georg Lohmann, die mit rund 14.000 Euro geförderten Therapie-Instrumente an das Pflegezentrum. Ralf Mantei, Geschäftsführer des Pflegezentrums, bedankte sich herzlich für die Spende.

Helga Lüngen, Geschäftsführerin der ZNS – Hannelore Kohl Stiftung sagt: „Wir freuen uns, dass wir gemeinsam mit dem Eberhard-Dombek-Stiftungsfonds dem 365 Grad Pflegezentrum helfen können. Die Musiktherapie ist eine sehr gute Möglichkeit, Wachkomapatienten mehr Lebensqualität zu bieten. Eine Klangliege, die ähnlich bespielt wird, wie eine Harfe, hilft in vielen Fällen den Patienten zu entspannen und ihre Spastiken zu lösen. Eine Klangliege ist aber teuer und die Therapie wird in der Regel nicht von Krankenkassen finanziert.“

Eva Lind setzt sich seit vielen Jahren für die Arbeit der ZNS – Hannelore Kohl Stiftung ein und ist Botschafterin der Stiftung. Besonders die Musiktherapie liegt ihr am Herzen, weil Musik positive Emotion und Freude bedeuten und das Zusammenspiel von Klängen und Resonanzen positive Auswirkungen auf die Patienten hat.

Bei Wachkomapatienten sind die Möglichkeiten sich auszudrücken zumeist sehr beschränkt. Dies bedeutet aber nicht, dass die Sinneskanäle nicht funktionieren. Vielmehr sind Augen, Ohren und Haut sensibilisiert, so dass durch den Einsatz der Musiktherapie Kommunikation möglich ist. Bereits nach wenigen Sekunden sind Veränderungen bei den Menschen im Wachkoma sichtbar. Die Spannung des Körpers verändert sich, ein kleines Lächeln umspielt den Mund, tiefes Seufzen und Kaubewegungen zeigen Entspannung. Aber auch das angeschlossene EKG-Gerät zeigt eine Verlangsamung des Herzschlags. Der Kontaktwunsch wird deutlich. „Bei einem Wachkomapatienten sind die Sinne durcheinander geraten und müssen sich zusammenfinden. Das geschieht durch den musikalischen Stimulus schneller und leichter, weil Musik multisensorisch im Gehirn verankert ist und jede musikalische Erfahrung mit anderen sinnlichen Erfahrungen gekoppelt ist. Die unmittelbare Reaktion auf die musiktherapeutische Stimulation spiegelt sich deutlich in den Gesichtern und an den Monitoren wider“, erläutert Birgit van Beuningen, Musiktherapeutin aus Hilden, die Reaktionen der Patienten.

Über den Eberhard-Dombek-Stiftungsfonds: Der Eberhard-Dombek-Stiftungsfonds wurde unter dem Dach der gemeinnützigen "Stiftung Stiftungsfonds“ gegründet. Der Fonds hat den Zweck der Unterstützung von Bedürftigen, die aufgrund ihres körperlichen, geistigen, seelischen oder finanziellen Zustands auf Hilfe Anderer angewiesen sind. Der Fonds wurde zunächst zur Unterstützung des durch ein Aneurysma betroffenen Eberhard Dombek, dem damaligen Leiter der Siemens-Wirtschaftspresse,  gegründet. Seit dem Tod von Eberhard Dombek werden unter anderem Projekte für die Verbesserung der Situation von Menschen im Wachkoma unterstützt.

 E-Mail: presse@hannelore-kohl-stiftung.de

Mittwoch, 1. Februar 2012

Was wird aus dem Eberhard-Dombek-Stiftungsfonds, wie geht es in Zukunft weiter?

Eberhard Dombek ist aus dem Koma nicht mehr aufgewacht. Nach seinem Tod am Karfreitag 2011 gab es unvermeidlich Überlegungen, in welcher Form der Eberhard-Dombek-Stiftungsfonds weitergeführt werden konnte. Wie in der Satzung beschrieben, hat der Fonds generell den Zweck der Unterstützung von Bedürftigen, die aufgrund ihres körperlichen, geistigen, seelischen oder finanziellen Zustands auf Hilfe anderer angewiesen sind. Deshalb besteht der Eberhard-Dombek-Stiftungsfonds weiterhin und folgt auch künftig dem definierten Stiftungszweck.

Ausgehend von der schmerzlichen Erfahrung um Eberhard Dombek ist es den Initiatoren des Eberhard-Dombek-Stiftungsfonds ein Anliegen, vorrangig Projekte zu unterstützen, die versuchen, die Situation von Menschen im Wachkoma zu verbessern und die Kommunikation mit ihnen zu suchen. So hat Dr. Stephan Heimbach als Stifter des Fonds angeregt, einmal im Jahr mindestens ein entsprechendes Projekt zu identifizieren und zu unterstützen.

2012 wird es die Ausstattung des "365 Grad Pflegezentrums für Menschen" in Remscheid mit Instrumenten für die Musiktherapie und mobiles Snoezelen für Wachkomapatienten sein. Das Projekt wurde mit Hilfe der ZNS - Hannelore Kohl Stiftung ausgewählt. Darüber wird zum Zeitpunkt der Übergabe, voraussichtlich im Oktober 2012, berichtet werden.


Mittwoch, 27. April 2011

Traurige Nachricht

Eberhard Dombek ist in der Nacht zum Karfreitag - 22. April 2011 - gestorben.

Die Trauerfeier findet am Dienstag, 3. Mai 2011, um 12.45 Uhr in der
Aussegnungshalle des Münchner Nordfriedhofs , Ungerer Str. 130, statt.

Erreichbar mit der U-Bahn U6, Haltestelle "Nordfriedhof".

Dienstag, 28. Dezember 2010

"Zwischen den Jahren" - Dezember 2010

Wenn Ihr glaubt, Eberhard Dombek ist das vergangene Jahr ohne Betreuung oder Besuch geblieben - weit gefehlt - wie Ihr hier sehen könnt. Aber es hat sich einfach nichts geändert. Er liegt immer noch im Koma, die kleinen Fortschritte, die wir einmal beobachten konnten, sind verschwunden. Es ist ganz selten, dass man eine Reaktion mutmaßen könnte, wenn man sich denn nicht sogar etwas einbildet.

Das Jahr ist für Eberhard Dombek gesundheitlich unterschiedlich gelaufen. Er hatte einige Infektionen, musste wieder ins Krankenhaus, denn Antibiotika schlagen nur "zögerlich" an. Er hat das dann aber innerhalb von vier Wochen wieder gut gepackt.

Eberhard Dombeks Eltern sind jetzt endgültig nach München gezogen und widmen ihre Zeit ganz dem Sohn. Sie entlasten dadurch Marie Luise, seine Frau, die sich ja auch um Vincent, den Sohn, kümmern muss. Vincent ist jetzt 15 Jahre alt und ein großer Bursche. Sein Vater wäre sicher stolz auf ihn. Sie sind ja ihren sportlichen Interessen gemeinsam nachgegangen. Ich selbst treffe mich ab und zu mit Frau Dombek. Wir gehen manchmal zum Essen und genießen zusammen Musikabende. Dann kommt sie wenigstens auf andere Gedanken.

Auf Bitten von Herrn Dr. Heimbach bin ich ja derzeit das Bindeglied zur Eberhard-Dombek-Stiftung. Ich kann Ihnen deshalb berichten, dass die Stiftung nach Regelung der generellen Rententhematik seit Frühjahr 2010 die monatlichen Kosten für die Unterbringung, ähnlich einer Miete, in der Pflegeeinrichtung Pro Vita übernommen hat. Diese Kostenentlastung der Familie Dombek wird dank Ihrer großzügigen Spenden erst möglich.

Derzeit bemüht sich Frau Dombek um einen vierwöchigen Aufenthalt für ihren Mann in der Rehaklinik in Bad Aibling, in der er ja fast ein Jahr verbracht hatte. Ziel ist, dass Eberhard Dombek nach drei Jahren wieder einmal komplett durchgecheckt wird und eine intensive Therapie erhält, um Geist und Muskeln zu trainieren. Eine Pflegeeinrichtung leistet Derartiges natürlich nicht. Drücken wir die Daumen, dass es klappt!

Heute habe ich Eberhard Dombek noch einmal im "alten Jahr" besucht. Er saß in einem Rollstuhl - was gut für die Atmung und Durchblutung ist. Er sieht sehr wohl aus, sein Blick ging auf einen hübschen Weihnachtsbaum, der für ihn gut sichtbar auf dem Balkon steht. Heiligabend hat die Familie mit Ehefrau, Eltern, seinem Bruder und dessen Familie bei ihm gefeiert. Er ist also immer umgeben von vertrauten Menschen, die voller Zuversicht sind.



Mittwoch, 25. November 2009

Mehr als ein Lagebericht ...

Es sieht nur so aus, als wenn in der Zwischenzeit nichts passiert wäre im Leben von Eberhard Dombek. Aber wir sind natürlich in regelmaßigem Kontakt mit ihm und seiner Familie:

Sein seit März jeweils "kurz bevorstehender" Umzug von der provisorischen Heimstatt in Waldperlach in die neu etablierte Pflegeeinrichtung von Pro Vita im Areal des Olympia-Zentrums hier in München wurde weiter und weiter hinausgeschoben. Zur Erlangung der entsprechenden behördlichen Abnahmen musste eine ganze Reihe von technischen Nachbesserungen ausgeführt werden ... und das zog sich hin. Zwischenzeitlich ging es Eberhard Dombek auch nicht sehr gut, sodass wieder Klinikaufenthalte notwendig waren.

Seit August lebt Eberhard Dombek nun in der neuen Pflegeeinrichtung von Pro Vita im 10. Stock eines Hauses (Riesstraße 65) mit direktem Zugang vom/zum Olympia-Einkaufszentrum. Er hat jetzt ein sehr geräumiges Zimmer in angenehmer Umgebung. Leider kann er den tollen Ausblick nicht genießen. Von dort oben hat man nämlich bei gutem Wetter von den nahen Olympia-Sportstätten über die Stadt München bis hin zur Allianz-Arena sehen. Hoffentlich wird er diesen tollen Ausblick auch einmal schätzen können.

Natürlich erhält Eberhard Dombek regelmäßig Besuch von uns. Seine Frau und seine Eltern kümmern sich fast rund um die Uhr um sein Wohlergehen. Die Eltern wohnen jetzt die meiste Zeit in München und wechseln sich mit Eberhards Frau in der Betreuung ab, damit auch der fünfzehnjährige Sohn Vincent nicht zu kurz kommt. Für ihn ist die Situation ja auch nicht leicht, zumal Vater und Sohn viele Dinge gemeinsam unternommen haben.

Seit fast zwei Jahren ist Eberhard Dombek in seine eigene Welt eingeschlossen, aus der er uns nichts mitteilen kann. Manchmal aber hat man den Eindruck, als höre er einem ganz intensiv zu. Aus ganz kleinen Veränderungen der Mimik glaubt man eine Reaktion zu erkennen, einen kaum spürbaren Gegendruck seiner Hand möchte man als Bestätigung dieses Eindrucks werten. Hoffen wir, dass er eines Tages wieder ganz selbstverständlich mit uns kommunizieren kann.

Dienstag, 17. März 2009

Eberhard Dombek hat heute Geburtstag

Heute, am 17. März, ist Eberhard Dombeks Geburtstag. Seine Familie, seine Freunde und Kollegen haben diesen Tag mit ihm gefeiert. Eberhards derzeitige Heimstatt in Waldperlach am Stadtrand von München ist es zwar klein, aber die Besucher haben sich, fast wie verabredet, abgewechselt und um sein Bett versammelt.
Als Abordnung der Siemens-Kommunikations-kollegen haben Andrea Bauer und ich ihm einen Blumenstrauß gebracht und gratuliert. Dabei wurden auch ein paar Fotos geschossen. Hier Eberhard mit seiner Frau.
Lesen Sie dazu auch den Kommentar von Andrea Bauer.

Donnerstag, 22. Januar 2009

Umzug nach München

Jetzt ist es soweit: Nächste Woche wird Eberhard Dombek die Reha-Klinik in Bad Aibling verlassen und in eine außerklinische Pflegeeinrichtung in München einziehen.
Pro Vita, so heißt die neue Heimstatt, ist spezialisiert auf die Intensivpflege und übernimmt Patienten, die eine ganzheitliche Versorgung brauchen, wie dies bei Eberhard Dombek zurzeit noch der Fall ist.
Besonderer Wert wird auch dort auf intensive Therapiemaßnahmen zur Rehabilitation gelegt. Das bedeutet ganz allgemein die Wiederherstellung und/oder Wiedereingliederung von Menschen nach Unfällen, bei Krankheit oder Behinderung. Gemeinsam mit externen Fachleuten aus der Atemtherapie, Krankengymnastik und Logopädie werden die Ressourcen der anvertrauten Menschen analysiert.
Die Rehabilitation im Rahmen der Pflege umfasst entsprechende heilpädagogische Maßnahmen: So werden beispielsweise in der Atemtherapie besondere Techniken trainiert. Die Krankengymnastik fördert mit gezielten Übungen die Reha des Haltungs- und Bewegungsapparates. Speziell ausgebildete Logopäden trainieren mit den Patienten, um die Schluckmechanik zu verbessern, was bei Menschen mit Luftröhrenschnitt (Tracheotomie) von entscheidender Bedeutung sein kann.
Pro Vita besitzt mehrere Pflegeeinrichtungen in Bayern, die Zentrale ist in Traunstein am Chiemsee. Die Zimmer der Patienten können - außer dem Pflegebett - individuell mit den eigenen Möbeln und Accessoires gestaltet werden. Dadurch lässt sich eine eher persönliche Atmosphäre schaffen, in der sich die Kranken wohlfühlen können, weil sie ihre vertrauten Dinge um sich haben.
Drücken wir die Daumen, dass Eberhard Dombek den Umzug locker wegsteckt und dass er sich in seiner neuen Umgebung so heimisch fühlt, dass er Fortschritte macht, die ihn bald wieder am wachen Leben teilnehmen lassen.

Freitag, 19. Dezember 2008

Weihnachten in der Reha

Noch ein paar Tage dann ist Weihnachten. Wie Eberhard Dombek das Fest dieses Jahr erlebt, können wir noch nicht voraussehen. Sicher ist seine Familie wie im vorigen Jahr bemüht, wirkliche Weihnachtsstimmung in sein Krankenzimmer zu bringen, und wird versuchen, durch die vertrauten Rituale und Traditionen dieser Zeit bei ihm Erinnerungen zu wecken.

Wir Pressekollegen schicken auf jeden Fall einen Weihnachtsstrauß, der zeigen soll, dass wir Eberhard Dombek nicht vergessen haben. Ich selbst werde ihn "zwischen den Jahren" besuchen.

Freitag, 5. Dezember 2008

Ein Jahr

Heute morgen habe ich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter meiner Abteilung zu dem "CC-Frühstück" eingeladen, wie regelmäßig alle zwei Monate. Aber neben anderen Themen gibt es ein Thema, das ich ansprechen werde, das aus der Reihe fällt: Den Jahrestag des Zusammenbruchs unseres Kollegen Eberhard Dombek, der seitdem im Koma liegt und vollständig auf die Hilfe anderer angewiesen ist. Vielleicht wacht er morgen auf, vielleicht nie. Viele wollen ihm helfen und Anteilnahme zeigen. Dafür bieten wir nun mit dem gemeinnützigen Eberhard-Dombek-Stiftungsfonds eine Plattform. Jeder kann spenden. Allen, die das können geht es besser als ihm. Das aktuelle Foto von ihm, das ich heute allen Kolleginnen und Kollegen zeigen werde, macht schonungslos deutlich: Eberhard Dombek ist auf Hilfe angewiesen, auch auf unsere.

Donnerstag, 4. Dezember 2008

Nur wer sich aufmacht, kann auch vorankommen

Am Anfang der Woche war ich noch nicht sicher, doch jetzt ist es Gewissheit: Ein Jahr nach dem Schicksalsschlag für unseren Kollegen Eberhard Dombek und seine Familie steht der Eberhard-Dombek-Stiftungsfonds. Damit haben wir den Weg gefunden und geebnet, eine finanzielle Basis für die Bewältigung seiner Situation zu schaffen. Bis zu einer zumindest materiell gesicherten Zukunft für ihn ist der Weg lang. Aber nur wer sich aufmacht, kann auch vorankommen. Wir legen los.